Blasenprobleme

Wegen der besonderen anatomischen Verhältnisse, kommt es bei Frauen häufig zu Beschwerden der Blase. Zu den häufigsten Problemen gehören ständiger Harndrang, unwillkürlicher Urinverlust und immer wiederkehrende Blasenentzündungen. Gemeinsam ist sämtlichen Blasenproblemen, dass sie häufig zu einem sehr grossen Leidensdruck bei den Betroffenen führen.

Doch am Anfang steht die korrekte Diagnose. Hierzu erfolgt in meiner Praxis eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte, wobei auch psychische Zusammenhänge nicht ausser Acht gelassen werden. Hilfreich ist auch das Ausfüllen eines Miktionstagebuches. In unserem praxiseigenen mikrobiologischen Labor ist eine schnelle und zuverlässige Keimidentifizierung und Antibiotikaaustestung möglich. Die Ultraschalluntersuchung oder eine Blasenspiegelung klärt anatomische Veränderungen der Blasenwand ab und ermöglicht eine Abschätzung der funktionellen Blasenkapazität. Auch die Durchführung einer Blasendruckmessung, die hilfreiche funktionelle Informationen liefert, kann in meiner Praxis erfolgen.

Reizblase

Viele Patientinnen mit einer Reizblase kennen sämtliche Toiletten in der Stadt. Der Harndrang kommt zu häufig und zu plötzlich, so dass das ausser Haus gehen zur Tortur wird. Man spricht auch von einer „überaktiven Blase“. Teilweise ist der Harndrang so stark, dass es zu einem unwillkürlichem Urinverlust kommt (sogenannte „Dranginkontinenz, siehe unten).
Zur Linderung der Beschwerden stehen verschiedene Massnahmen zur Verfügung, die teilweise ergänzend eingesetzt werden können. Beginnend mit der Überprüfung und Veränderung von Lebensgewohnheiten, über konsequentes Beckenbodentraining, bis hin zu Biofeedback Massnahmen reichen die Optionen. Desweiteren können Medikamente eingesetzt werden, die in Form von Tabletten, Pflastern oder unmittelbar in die Blase verabreicht werden. Auch der Ausgleich eines Hormondefizites kann zu einer Besserung der Beschwerden beitragen.

Unwillkürlicher Urinverlust

Der unwillkürliche Urinverlust, auch als Harninkontinenz oder Blasenschwäche bezeichnet, stellt für die betroffenen Frauen ein grosses Problem dar. Oft tritt der unwillkürliche Urinverlust im Rahmen einer Reizblasensymptomatik auf. In diesem Fall tritt der Harndrang sehr plötzlich und stark auf, so dass eine Toilette nicht mehr erreicht werden kann.
Hiervon abzugrenzen ist die sogenannte Belastungsinkontinenz. Hierbei kommt es bei körperlicher Belastung, z.B. Husten oder Niessen, zu unwillkürlichem Urinverlust.
Einschränkend ist anzumerken, dass es auch Mischformen der beiden Inkontinenzarten gibt.

Wiederkehrende Blasenentzündungen

Frauen sind deutlich häufiger von Blasenentzündungen betroffen als Männer. Bis zu 20% von ihnen bekommen immer wiederkehrende, sogenannte rezidivierende, Harnwegsinfekte. Das Reservoir der Keime für rezidivierende Harnwegsinfektionen sind die Bakterien des Enddarms.
Aber warum treten Blasenentzündungen vor allem bei Frauen auf? Bei der Infektanfälligkeit spielt die Anhhaftungsfähigkeit der Bakterien an den Zellen der Blasenschleimhaut eine wichtige Rolle. Darüberhinaus spielen natürlich anatomische Ursachen eine Rolle, denn Frauen haben eine viel kürzere Harnröhre als Männer und diese liegt zudem in unmittelbarer Nähe der Analregion. Begünstigende Faktoren für die Entwicklung von Harnwegsinfektionen sind hormonelle Veränderungen, ein bestehender Diabetes oder Schwangerschaften. Auch anatomische Anomalien können immer wiederkehrende Harnwegsinfekte bedingen.
Im Anschluss daran kann gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Behandlung geplant werden. Dies muss nicht automatisch eine Therapie mit Antibioka bedeuten. Eventuell kommt für Sie auch unterstützend eine Behandlung mit pflanzlichen Präparaten in Frage. Auch eine vorbeugende Behandlung gegen bakterielle Harnwegsinfekte ist heutzutage möglich. Diese beruht auf einer Immunisierung gegen sehr häufige Erreger dieser Infekte.