Gewebeentnahme aus der Prostata (Prostatabiopsie)

Zur weiteren Abklärung eines verdächtigen Prostatabefundes (z.B. bei erhöhtem PSA-Wert, ansteigendem PSA-Wert oder verdächtigem Tastbefund) werden aus der Prostata. Der Eingriff kann in der Regel ambulant und ohne Narkose durchgeführt werden.
Die Angst, dass durch eine Abstastung der Prostata oder eine Biopsie ein ruhender Krebs aktiviert werden könnte, ist nicht richtig und durch Studien widerlegt.

Was ist vor dem Eingriff zu beachten?

Unterrichten Sie mich bitte über eventuell bestehende Allergien oder die Einnahme blutverdünnender Medikamente (wie z.B. ASS/ Aspirin, Heparin, Plavix oder Marcumar). Diese Medikamente sollte ggfs. nach Rücksprache abgesetzt werden.
Um Entzündungen (Infektionen) zu vermeiden, beginnen Sie bitte am Tag vor dem geplanten Eingriff mit der Einnahme des von mir rezeptierten Antibiotikums. Am Tag der Gewebeprobe wenden Sie bitte zur Darmreinigung morgens ein Mikroklysma an. Es ist nicht erforderlich, dass Sie nüchtern in der Praxis erscheinen. Sie können ganz normal essen und trinken. Im Gegenteil, eine reichliche Flüssigkeitszufuhr ist empfehlenswert. Bringen Sie bitte den unterschriebenen Aufklärungsbogen in die Praxis mit.

Details Prostatabiopsie

Durchführung

Die Prostatabiopsie erfolgt über den Enddarm. Vor der Untersuchung wird zur örtlichen Betäubung der Darmschleimhaut ein anästhesiologisches Gleitgel (Instillagel®) in den After und Enddarm eingegeben. Im Anschluss wird eine spezielle Ultraschallsonde (TRUS) schmerzarm eingeführt. Die eingeführte Ultraschallsonde enthält einen Führungskanal für die winzige Biopsienadel, die innen hohl ist. Durch einen speziellen Mechanismus werden in Sekundenbruchteilen Gewebezylinder aus der Prostata entnommen. Der Schmerz beim Einschiessen der Nadel ist vergleichbar mit dem bei einer Blutentnahme aus einer Vene. Um eine grösstmögliche diagnostische Sicherheit zu erhalten, werden aus jedem Prostataseitenlappen 6 Gewebeproben entnommen. Die Gewebeproben erfolgen hierbei gezielt aus der sogenannten peripheren Zone der Prostata, in der die meisten Prostatakarzinome entstehen. Finden sich sonographisch krebsverdächtige Veränderungen, können aus diesen Arealen darüberhinaus ultraschallgesteuert gezielt Gewebeproben entnommen werden. Die gesamte Untersuchung dauert wenige Minuten.

Was geschieht mit den Gewebeproben?

Die entnommenen Gewebezylinder werden im Anschluss von einem Pathologen aufgearbeitet und untersucht. Bestätigt sich der Verdacht auf einen Prostatakrebs, können Aussagen über den Grad der Aggressivität gemacht werden, die eine individuelle Therapieentscheidung ermöglichen.

Komplikationen

Es kann zu vorübergehenden (meist nicht behandlungsbedürftigen) Blutbeimengungen im Urin, Stuhl oder Sperma kommen. Desweiteren kann es zu fieberhaften Infekten kommen. Selten beeinträchtigen Schwellungen die Blasenentleerung.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten

Der Eingriff dauert nur wenige Minuten. Im Anschluss bleiben Sie noch eine gewisse Zeit zur Beobachtung in der Praxis. Bevor Sie nach Hause gehen, werden stärkere Blutungen durch eine Urinprobe ausgeschlossen. Durch reichliches Trinken kann der Urin verdünnt werden. Eventuell vorhandene Blutgerinnsel werden so aus der Harnblase ausgespült. Beachten Sie bitte, dass durch die Einnahme von Schmerz- oder Beruhigungsmitteln die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt sein kann. Sie sollten deshalb am Tag der Biopsie auf das Führen eines Fahrzeiges verzichten. Für ein paar Tage nach dem Eingriff ist körperliche Schonung in jedem Fall ratsam.
Finden sich kleinere Mengen Blut auf dem Stuhl, im Urin oder im Sperma, ist dies nicht besorgniserregend. Bei stärkeren Blutungen, Schüttelfrost oder Fieber, suchen Sie uns bitte umgehend auf. Sollten wir nicht erreichbar sein, wenden Sie sich bitte an die nächstliegende urologische Klinik (z.B. städtisches Klinikum Offenbach).